 Ein Wunderwerk an Streben, Stock und Dach ist ein Regenschirm.
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(Januar 2008) Von Rettungsschirmen ist zum Jahreswechsel 2008/2009 im Zusammenhang mit der Finanzkrise viel die Rede. Beim genaueren Blick auf die althergebrachten Regen- oder Sonnenschirme haben wir für unsere Lernziele einen interessanten Aspekt entdeckt: Stahl spielt bei ihnen die tragende Rolle.
Den entscheidenden Entwicklungsschritt gab es hier im Jahr 1852, als Samuel Fox ein Gestell aus Eisen konstruierte, das mit einer Hand tragbar und leicht aufzuspannen war. Schließlich sollen Regen- oder Sonnenschirme die Person vor dem schützen, was da vom Himmel herunterkommt.
Wiederum entscheidend weiterentwickelt wurde die Konstruktion im Jahr 1928 von Hans Haupt aus Solingen, der eine Teleskopstange einbrachte und sich 1934 seine Erfindung unter dem Namen „Knirps“ patentieren ließ. Neben Stahl finden heute auch Aluminium oder Karbonfaser Einsatz. |
| Lange Geschichte des Schirms |
Begonnen hat die Geschichte des Schirms ein paar lange vor Christus, wahrscheinlich in China. Endlose Generationen benutzten Holz oder Fischbein für die Streben, Rohr für den Stock, das Dach belegte man wohl mit Palmwedeln oder geflochtenem Schilf. |
Ehemals ein Statussymbol für den Herrscher |
Allerdings waren damals nicht nur die Materialien andere als heute. Lange Zeit galt ein Schirm auch als Statussymbol: Pharaonenbilder zeigen den Herrscher, wie er von Dienern beschirmt einherschreitet. Der Baldachin, der in katholischen Prozessionen über Monstranz und Priester getragen wird, ist eine Sonderform späterer Jahrhunderte. |
| Zeichen der Oberschicht |
Ob schon im Altertum die bleiche Haut als nobel galt, wissen wir nicht. Jedenfalls wurde sie später in Europa und in seinen Kolonien zum Zeichen der Oberschicht - der Schirm fand hier eine neue Zweckbestimmung, nämlich die Blässe vornehmer Haut von der derben und dunklen Bauernhaut abzusetzen. |
 Die Nachfrage nach Schirmen lässt nicht nach - meist werden sie irgend- wo vergessen. |
Das Schirmchen für die Damen wurde am Hof Ludwigs XIV. zu einem schicken Accessoire.
Zwei Tendenzen sind in der Folgezeit zu beobachten: Zum einen wird der Schirm zu einem Alltagsgegenstand des Bürgertums, nachzulesen in Daniel Defoes Robinson Crusoe von 1719, wo der Schiffbrüchige sich aus Fellen einen Sonnenschutz für den Strandspaziergang bastelt. Vorbilder dafür habe er in Brasilien gesehen, wird der Autor zitiert. „Robinson“ war zu dieser Zeit in England ein Name für den Schirm
Zum anderen wird um die Mitte jenes Jahrhunderts der Wetterschutz zum Accessoire auch der Herren, zunächst der Londoner Exzentriker, die das Ding von der aristokratischen Damenwelt übernehmen. Einer von ihnen war Jonas Hanway, der offen damit herumlief. Die Kutscher waren davon gar nicht begeistert, weil sie um ihr Fahrgeschäft bei schlechtem Wetter befürchteten. |
| Standard der Gentlemen ist der Langschirm |
Noch immer Standard der feinen Gentlemen ist der schwarze Langschirm, „Long“ genannt. Er ist ohne Zweifel schlank und elegant und bietet in aufgespanntem Zustand einiges an Schutz. Dienlich ist er auch bei handfesten Auseinandersetzungen, wie in der Krimiserie mit Emma Peel und dem Melonenträger hinreichend durchexerziert. Weit gespannt ist auch der Portiers- oder Gastschirm, dient er doch dazu, eine wichtige Person zum Wagen zu bringen. |
Die Branche treibt Neuigkeiten voran
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Die Entwicklung geht unaufhaltsam voran. Mit modernsten Methoden verbessern die Entwickler der renommierten Firmen Kleinigkeiten. Das Material für die Griffe, klassisch in Spazierstock-Biegung, ist dabei ein eigenes Thema. Zum Aufbewahren gibt es neben dem klassischen Säckchen ganz modern den „Softcase“. |
 Auch Lampen haben Schirme. Hier eine „Sonderfertigung“ aus Kriegszeiten, gesehen im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück.
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Hilfreich ist zweifellos die Automatik zum Öffnen, die neuerdings auch noch das Zusammenklappen erledigt. Ein Kofferschirm kann auseinandergeschraubt werden, auf dass er sich im Reisegepäck verstauen lässt. Ein Wunder an Falttechnik sind die Piccolos. Sie haben im Ruhezustand weniger als 20 cm Länge und können sich dennoch zu beachtlicher Größe aufklappen.
Anglerschirme sind so groß, dass man drunter sitzen und die Rute halten kann. Golfschirme können in den Boden gerammt werden. Vor nicht allzu langer Zeit waren plötzlich Schulterschirme in Mode, und alle Damen liefen damit herum: Man trägt sie mit einem Riemen; dafür sind sie in minimalen Details verändert, etwa im Griff, der hier gerade sein muss.
Zum Schluss wollen wir zur Qualität eines Schirms noch anmerken, dass hier die Standhaftigkeit gegenüber einer Windbö entscheidend ist. „Umschlagsicher“ lautet der Fachbegriff. Die noch stärkere Variante nennt sich „sturmsicher“. Hier müssen wir auf den „Struwwelpeter“ verweisen. |
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Dort hatte nämlich der Robert einen solchen unkaputtbaren Schirm. Er patschte damit draußen im Regenmatsch herum, so heißt es im Text, und das ging nicht gut aus, wir wissen’s: Schirm und Robert fliegen dort / Durch die Wolken immerfort. / Und der Hut fliegt weit voran, / Stößt zuletzt am Himmel an. / Wo der Wind sie hingetragen, /Ja! das weiß kein Mensch zu sagen. |
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Hoffentlich geht’s mit den Rettungsschirmen und der Regierung nicht genauso. |
In Weimar in der Rittergasse gibt’s einen Schirmladen, der zahlreiche alte Stücke ausstellt.
Ein Museum für die Mode der Schirme beherbergt die italienische Stadt Gignese im Piemont.
Online-Spiel zur Finanzkrise
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